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Im Hafen empfing uns bereits eine Abordnung des Hafenmeisters. Sie wollten von uns die Einreisezölle erheben. Als ich aber klarstellte, dass wir die Repräsentanten der spanischen Krone sind, erübrigte sich dies natürlich. Am Kai sahen wir ein merkwürdiges Gefährt, es schien wie eine Dampflokomotive betrieben zu sein, allerdings hatte es keine richtigen Räder und fuhr nicht auf Schienen.
Man riet uns beim stellvertretenden Bürgermeister vorstellig zu werden, damit er uns begrüÃen könnte. Der Mann hieà Adam de Jardin (die de Jardins gehören zu den adligen Familien auf Souragne). Er war ob meiner Ankunft hoch erfreut. Es waren nebenbei bemerkt bereits Gesandtschaften aus Deutschland, England und Frankreich anwesend, die Amerikaner lieÃen noch auf sich warten. Am morgigen Abend sollte auch ein Ball im Hause des Bürgermeisters Fauquelain stattfinden, zu dem ich und meine Begleiter natürlich auch geladen waren und auf dem wir auch die diplomatischen Vertretungen der anderen Nationen kennen lernen sollten. Señor de Jardin wies uns auÃerdem die alte spanische Botschaft, das Maison Soulombre, als Unterkunft zu. Kurz bevor wir uns verabschiedeten, stürzte ein Mann herein, den wir zuerst für den tot geglaubten Dr. Ãbel hielten. Es stellte sich heraus, dass es nur sein Zwillingsbruder war, das konnten wir aber erst nach längeren geschickten Verhören herausfinden.
Das Maison Soulombre lag am Rande der Stadt neben einem Friedhof. Es war ein stattliches Anwesen, etwas alt und heruntergekommen, aber mit ein wenig Mühe und Disziplin könnte wir ihm leicht wieder zum Glanz früherer Tage verhelfen (auf diese Weise symbolisiert unsere Botschaft aufs trefflichste den Zustand unserer geliebten Heimat). Es gab einen Hausdiener, Gerome, der nur einen Arm hatte, der andere wurde durch eine kunstvolle Prothese ersetzt.
Die Inspektion des Hauses ergab folgendes teils ärgerliches, teils verblüffendes Ergebnis:
⢠Die umfangreiche Bibliothek der Bruderschaft wurde eigenmächtig in das Haus von Giand Le Fevre gebracht. Wir könnten sie aber jederzeit abholen lassen. Einzig eine paar Bände über die Sprache der primitiven Eingeborenen, die im Landesinneren hausten, hatte uns Señor Le Fevre bereits zukommen lassen.
⢠Im Keller gab es eine Gruft, in der sieben Särge mit den sieben Leichnahmen der Botschafter Spaniens bzw. Vertreter der Bruderschaft lagen. Sie alle hatten Ringe in Form eine Schlange mit Rubinaugen an ihren Fingerknochen. Wolf von Leibnitz nahm sie sicherheitshalber an sich.
⢠AuÃerdem war in einem Nebenraum auch ein übergroÃer Affe aus Metall. Anscheinend das Werk von Señora Lorelai Tuvache, einer Meisteruhrmacherin (so hinterwäldlerisch die Bewohner Souragnes sind, im Bereich der Feinmechanik scheinen sie den zivilisierten Nationen ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen zu sein. Dieses Wissen sollte mit der Spanischen Krone geteilt werden!).
⢠In einem weiteren Raum fanden wir eine Art mechanisches Herz, vielleicht gehört es in den Affen im Keller, einige Baupläne für seltsame Fahrzeuge sowie einen Brief Nathan Ockerlunds, der nahezu unverständlich ist und von Voodoo und den Misroi handelt.
Die erste Nacht in diesem Haus war alles andere als erholsam. Der General schlug Alarm. Es war in allen Zimmern bitterkalt. Das Zimmer von Wolf von Leibnitz war mit einer Eisschicht überzogen. Er selbst schien wie erstarrt und eiskalt, er konnte aber reanimiert werden. Das Fenster seines Zimmers stand offen. Jemand ist in das Haus eingedrungen, die Ringe waren auch verschwunden. Ich rannte in den Keller, um festzustellen dass die Leichnahme ebenso fehlten. DrauÃen vor der Haustüre konnte ich dann sieben übergroÃe Skelettgestallten erkennen, die langsam die StraÃe davon wankten. Mich überkam ein unglaublicher Zorn, ich rannte ihnen nach und schoss das letzte Skelett über den Haufen. Es stellte sich heraus, dass es dreckige Neger-Leichenschänder waren, die die Gebeine unserer Vorgänger entführen wollten. Einen weiteren konnten wir auch noch abknallen, die restlichen fünf konnten entkommen. Gerome meinte, es seien die Bauarbeiter gewesen, die den Keller instand gesetzt hätten.
Am Haus spielte sich noch eine weitere merkwürdige Szene ab. Keine fünfzig Meter vom Hauseingang entfernt, beim Friedhof war ein weiterer Neger, ein Wilder aus den Sümpfen namens Hühnerbein, der aus einer Flasche Rauch einatmete. Um ihn herum tanzten Affen. Wutentbrannt stellte ich ihn zur Rede. Ich konnte aber sein Kauderwelsch nicht verstehen. Er bot mir seine Flasche an. Anscheinend war der Primitive friedlich. Ich nahm also die Flasche an und sog auch den Rauch ein, um so Kontakt mit den Eingeborenen herzustellen, vielleicht könnte sich das noch als nützliche erweisen. Mir wurde sehr komisch vor Augen, ich glaubte, ich könnte die Affen und den Neger verstehen. Das letzte an was ich mich erinnern konnte, war, dass sich selig in mein Bett gefallen bin.
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